ANtisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenenbildung (ANNE)
Das Projekt ANtisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenenbildung (ANNE) verfolgt das Ziel, breite Teile der Öffentlichkeit in Niedersachsen für einen antisemitismuskritischen Umgang zu sensibilisieren, Antisemitismusprävention zu fördern und Begegnungen mit jüdischer Kultur zu ermöglichen.
Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal sowie der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering wurden am Dienstag, dem 4. Juni 2024, mit dem Niedersächsischen Staatspreis [...]
Schalom und Herzlich Willkommen auf der Internetseite des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.
Mit unserem ersten Internetauftritt hoffen wir, unserer Gemeinde ein neues und innovatives Forum bieten zu können. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass unsere Gemeinde im Wachstum begriffen ist. Viele Anwendungsmöglichkeiten sollen alle Mitglieder dazu anregen, sich aktiv an allen Veranstaltungen und Terminen zu beteiligen, um somit der Jüdischen Gemeinde zu einem richtigen Gemeindeleben zu verhelfen.
Nachruf – Albrecht Weinberg
Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Albrecht Weinberg, der am 12. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren in Leer in seine Welt gegangen ist.
Albrecht Weinberg wurde am 7. März 1925 in Rhauderfehn geboren. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen sowie mehrere Todesmärsche. Fast seine gesamte Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Nach dem Krieg emigrierte er in die USA, kehrte jedoch 2012 gemeinsam mit seiner Schwester Friedel in seine ostfriesische Heimat zurück.
Wer Albrecht Weinberg begegnete, traf auf einen warmherzigen, humorvollen und zugleich zutiefst beeindruckenden Menschen. Trotz des unvorstellbaren Leids, das er erfahren musste, war er bereit, immer wieder von seiner Geschichte zu erzählen. Unermüdlich besuchte er Schulen und öffentliche Veranstaltungen, um insbesondere jungen Menschen die Schrecken der Shoah vor Augen zu führen und sie zu ermutigen, für Menschlichkeit, Demokratie und Respekt einzutreten.
Sein Lebensmotto war ebenso einfach wie eindringlich: Wir dürfen niemals vergessen, was geschehen ist, und wir müssen alles dafür tun, dass sich ein solches Verbrechen nie wiederholt.
Meine erste Begegnung mit Albrecht Weinberg war eine traurige. Wir mussten die Beerdigung seiner Schwester Friedel besprechen. Zuletzt habe ich Albrecht Weinberg in Leer in der Alten Schule anlässlich meines Vortrages zum Thema „Jüdische Friedhöfe in Ostfriesland“ gesehen. Im Anschluss konnten wir noch einige Worte wechseln. Ich bin dankbar und froh, diesem besonderen Menschen begegnet zu sein.
Mit Albrecht Weinberg verliert nicht nur die jüdische Gemeinschaft in Niedersachsen einen bedeutenden Zeitzeugen, sondern unser ganzes Land eine mahnende Stimme der Erinnerung und der Menschlichkeit.
Er wurde heute, unter großer Anteilnahme von Schülerinnen und Schülern und der Leeraner Bevölkerung, auf dem Jüdischen Friedhof in Leer neben seinem Bruder Dieter und seiner Schwester Friedel zur letzten Ruhe gebettet. Ministerpräsident Olaf Lies sprach einige bewegende Worte, ebenso wie Bürgermeister Claus-Peter Horst. Den Hesped hielt Rabbiner Levi Israel Ufferfilge, das Schlusswort hatte Albrecht Weinbergs Gefährtin Gerda Dänekas.
Unser Mitgefühl gilt Gerda, seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm verbunden waren.
Sein Andenken soll zum Segen sein.
Rabbiner Jona Simon
Erinnerung ohne Zeitzeugen – Verantwortung der Gegenwart
81 Jahre nach Auschwitz stand bei einer Veranstaltung des Lions Clubs Hannover-Eilenriede die Frage im Mittelpunkt, wie Erinnerungskultur ohne Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gestaltet werden kann. Im Gespräch mit Michael Fürst, Bernd Weste und Falko Mohrs sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Gesellschaft und Engagement wurde deutlich: Die Verantwortung für das Erinnern liegt zunehmend bei der heutigen Generation.
Der Abend unterstrich, dass die Auseinandersetzung mit der Shoah nicht an Bedeutung verliert – vielmehr erfordert sie neue Formen des Zugangs und der Vermittlung.
Neue Stadttafel am Alten Jüdischen Friedhof in Hannover enthüllt
Am 22. April 2026 wurde am Alten Jüdischen Friedhof in Hannover eine neue Stadttafel feierlich enthüllt. Oberbürgermeister Belit Onay und Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, würdigten die historische Bedeutung des Ortes.
Die Tafel informiert über die mehr als 475-jährige Geschichte des Friedhofs, der zu den ältesten erhaltenen jüdischen Begräbnisplätzen in Norddeutschland zählt und ein bedeutendes Kulturdenkmal darstellt.
Mit der neuen Stadttafel setzt die Landeshauptstadt Hannover ein wichtiges Zeichen für die Sichtbarkeit jüdischer Geschichte und stärkt die Erinnerungskultur im öffentlichen Raum.
81. Jahrestag der Befreiung von Bergen-Belsen: Ein europäisches Gedenken
LOHHEIDE – Am gestrigen Sonntag, dem 19. April, begingen Überlebende und internationale Gäste den 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der deutsch-französischen Erinnerungskultur.
Einweihung der französischen Gedenktafel – Ein zentraler Moment der Zeremonie war die Einweihung einer neuen Gedenktafel durch den Gesandten der Republik Frankreich, Emmanuel Suquet. In seinem Grußwort würdigte er die französischen Opfer des Lagers und betonte die Bedeutung der grenzüberschreitenden Versöhnung. Dieser Akt unterstrich die europäische Dimension des Gedenkens und die gemeinsame Verantwortung für eine Zukunft in Freiheit.
Gedenken am jüdischen Mahnmal – Anschließend fand die feierliche Ehrung am jüdischen Mahnmal statt. Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, mahnte in seiner Ansprache, dass das „Nie wieder“ eine aktive tägliche Entscheidung gegen Antisemitismus bleibe. Kantor André Sitnov begleitete das Gedenken mit dem Kaddisch und dem Gebet „El Male Rachamim“.
Dialog der Generationen – Der Tag endete mit einem intensiven Austausch zwischen Nachkommen von Überlebenden aus Israel, Polen, Frankreich und Deutschland. Die Veranstaltung setzte ein klares Signal: Die Erinnerung an Bergen-Belsen bleibt ein lebendiger Auftrag für die Verteidigung der Menschenwürde in ganz Europa.
Ausstellung ‚70 Jahre Luxemburger Abkommen‘ setzt wichtigen Meilenstein der Erinnerungskultur
Am 16. April 2026 wurde im Niedersächsischen Landtag die Ausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen“ eröffnet. Die Veranstaltung erinnerte an die Bedeutung des Abkommens zwischen Deutschland, Israel und der Claims Conference sowie an die anhaltende Verantwortung im Umgang mit den Folgen nationalsozialistischen Unrechts.
Die Ausstellung stellt ein wichtiges Ereignis und einen bedeutenden Meilenstein in der Erinnerungskultur dar. Musikalische Beiträge begleiteten die feierliche Eröffnung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Mai 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Sicherheitspolitische Begegnung in Hannover mit über 300 Gästen
Hannover, 25. März 2026 – Mehr als 300 Gäste nahmen an der sicherheitspolitischen Begegnung in Hannover teil, darunter über 100 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Darüber hinaus waren zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft anwesend, darunter Repräsentanten des Landes Niedersachsen, der Stadt und Region Hannover, der Justiz, der Notarkammer, der Medien, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Kirchen sowie der jüdischen Gemeinden.
Die Veranstaltung fand in der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne in Hannover statt.
Eröffnet wurde der Abend durch Brigadegeneral Sandro Wiesner, Kommandeur der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, der die Gäste auf Englisch willkommen hieß und die besondere Bedeutung des deutsch-israelischen Dialogs im sicherheitspolitischen Kontext betonte.
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Konteradmiral Daniel Hagari, ehemaliger Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). In einer offenen und eindrucksvollen Rede sprach er über seine Erfahrungen als Sprecher der IDF, insbesondere im Zusammenhang mit den Ereignissen des 7. Oktober. Dabei zeichnete er ein ehrliches Bild der aktuellen sicherheitspolitischen Lage Israels und ging auch auf geopolitische Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Iran, ein.
Ein zentrales Thema seines Vortrags war die enge Verbundenheit zwischen Deutschland und Israel. Hagari betonte die Bedeutung gemeinsamer Werte und stellte vier zentrale Säulen („four pillars“) als Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit und strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern vor.
Die anschließende Fragerunde spiegelte das große Interesse des Publikums wider und umfasste vielfältige Themen – von der aktuellen Situation in Israel über internationale Entwicklungen bis hin zu Zukunftsperspektiven. Moderiert wurde die Diskussion von Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.
In seinem Schlusswort griff Michael Fürst eine bewegende Geschichte über Rabbiner Adler auf, der einst von Hannover nach England wirkte, und schlug damit eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens. Er dankte allen Beteiligten sowie insbesondere der Konrad-Adenauer-Stiftung und Keren Hayesod für ihre freundliche Unterstützung.
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung überreichte Fürst Konteradmiral Hagari eine „Nana“-Skulptur – ein Symbol der Stadt Hannover –, über die sich der Gast sichtlich erfreut zeigte.
Bereits am Mittag hatte Hagari das Sprengel Museum Hannover besucht, dessen bedeutende Sammlung ihn nachhaltig beeindruckte.
Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen aus, das den Gästen Gelegenheit zu vertieften Gesprächen und persönlichem Austausch bot. Die Veranstaltung wurde von allen Beteiligten als wichtiger Beitrag zur Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen und des sicherheitspolitischen Dialogs gewürdigt.
Besuch im Jüdischen Museum Braunschweig
Der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, besuchte kürzlich das Jüdische Museum des Braunschweigischen Landesmuseums.
Die Direktorin des Braunschweigischen Landesmuseums, Dr. Heike Pöppelmann, informierte ihn dabei über die bedeutende Geschichte des jüdischen Lebens in der Region Braunschweig über mehrere Jahrhunderte hinweg. Besonders beeindruckt zeigte sich Michael Fürst von der Vielfalt der historischen Zeugnisse und der anschaulichen Darstellung der jüdischen Kultur und Geschichte in der Region.
Ein besonderes Exponat des Museums ist die Hornburger Synagoge, vor der Dr. Pöppelmann und Michael Fürst gemeinsam fotografiert wurden. Die Synagoge stellt ein herausragendes Objekt der Ausstellung dar und erinnert eindrucksvoll an das jüdische Leben in Niedersachsen.
Der Besuch unterstreicht die Bedeutung der Erinnerungskultur sowie die wichtige Rolle der Museen bei der Vermittlung jüdischer Geschichte und Tradition.
Albrecht-Weinberg-Preis in Oldenburg an Elke Heger verliehen
Oldenburg, 23.02.2026 – In einem feierlichen Festakt wurde gestern der Albrecht-Weinberg-Preis an Elke Heger verliehen. Die Auszeichnung der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg würdigt herausragendes Engagement für Versöhnung und demokratische Werte.
An der feierlichen Verleihung nahmen die höchsten Repräsentanten des Landes teil, darunter Ministerpräsident Olaf Lies sowie Landtagspräsidentin Hanna Naber. Die Vizepräsidentin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Marina Jalowaja, hielt die zentrale Ansprache.
„Öffentlichkeit ist auch Risiko“ Frau Jalowaja verdeutlichte in ihrer Rede die heutige Realität: „Öffentlichkeit ist für Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht nur Bühne, sie ist auch Risiko.“ Sie würdigte die Preisträgerin Elke Heger als Vorbild für zivilgesellschaftliche Haltung. Heger wurde insbesondere für ihren unermüdlichen Einsatz beim Erhalt jüdischer Friedhöfe geehrt – ein Wirken, das die menschliche Würde über Generationen hinweg bewahrt.
Ein Appell an die Gesellschaft Angesichts wachsender antisemitischer Tendenzen rief Marina Jalowaja dazu auf, das „Nie wieder“ als täglichen Auftrag zu verstehen: „Wir ehren nicht nur die Vergangenheit, wir müssen die Zukunft verteidigen.“
Der nach dem Shoah-Überlebenden Albrecht Weinberg benannte Preis unterstreicht die Verantwortung der Gesellschaft, jüdisches Leben im Hier und Jetzt aktiv zu schützen.
Hildesheim ehrt Opfer der Shoah: Vorstellung des neuen Gedenkbuches
Hildesheim, 05.02.2026 – Mit einem feierlichen Festakt im Hildesheimer Rathaus wurde gestern das Gedenkbuch für die als Juden verfolgten Bürgerinnen und Bürger der Stadt offiziell vorgestellt. Die Veranstaltung im vollbesetzten Sitzungssaal setzte ein kraftvolles Zeichen gegen das Vergessen.
Neben Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer nahm auch der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, an der feierlichen Präsentation teil. In Anwesenheit von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und der Jüdischen Gemeinde wurden die mühsam recherchierten Lebenswege der Opfer gewürdigt.
Ein Mahnmal in Buchform Das Werk, herausgegeben von Prof. Dr. Michael Schütz und verfasst von Dr. Hartmut Häger, dokumentiert die Schicksale der Menschen, die während der NS-Zeit aus Hildesheim deportiert und ermordet wurden. Prof. Dr. Michael Gehler (Universität Hildesheim) und Channah von Eickstedt betonten die Bedeutung der wissenschaftlichen Aufarbeitung für die Erinnerungskultur der Region.
Der Bläserkreis St. Michael begleitete den Festakt musikalisch. Das Gedenkbuch steht ab sofort als zentrales Nachschlagewerk zur Verfügung und sichert den Opfern einen bleibenden Platz im Gedächtnis der Stadt.
Michael Grünberg mit der Justus-Möser-Medaille geehrt
Ein Herz für Osnabrück: Höchste Ehrung für Michael Grünberg beim Handgiftentag
Osnabrück, 6. Januar 2026 – Es war ein Vormittag voller Herzlichkeit und Wertschätzung: Im festlichen Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses wurde heute Michael Grünberg mit der Justus-Möser-Medaille ausgezeichnet. Dass der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück und Vizepräsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen diese höchste Auszeichnung der Stadt erhält, ist ein wunderbares Zeichen für das gelebte Miteinander in unserer Region.
Ein Brückenbauer mit Leidenschaft Im Rahmen des traditionellen Handgiftentags würdigte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter Michael Grünberg als eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenbringt. Ob durch seinen Einsatz für den Synagogen-Neubau oder sein langjähriges Engagement im interreligiösen Dialog – er hat es geschafft, dass jüdisches Leben heute wieder ein lebendiger und sichtbarer Teil unserer Stadtgesellschaft ist. „Michael Grünberg hat jüdisches Leben wieder fest im Herzen unserer Stadt verankert“, so Pötter in ihrer sehr persönlichen Laudatio.
Gemeinsam für die Zukunft, bescheiden und sichtlich gerührt, nahm Michael Grünberg die Medaille entgegen. Er betonte, dass dieser Preis für ihn vor allem ein Ansporn sei, weiterhin gemeinsam an einer friedlichen und offenen Zukunft zu arbeiten. Für ihn ist die Medaille nicht nur eine persönliche Ehre, sondern ein Symbol für die gute Zusammenarbeit zwischen den Kulturen und Religionen in ganz Niedersachsen.
Als 45. Träger der Justus-Möser-Medaille steht Michael Grünberg nun in einer Reihe mit bedeutenden Persönlichkeiten – und vor allem als Vorbild für Toleranz und Menschlichkeit.
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen würdigt Stephan Weil für langjährige Unterstützung
Am 29.01.2026 traf Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil, zur Übergabe eines Geschenks des Landesverbandes zusammen. Mit dieser Geste würdigte der Landesverband die langjährige, erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten sowie sein kontinuierliches Engagement und seine Unterstützung für die jüdische Gemeinschaft in Niedersachsen.
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung ließ der Landesverband für den ehemaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil 84 Bäume in Israel pflanzen.
Überraschend kam auch der heutige Ministerpräsident Olaf Lies in der Portikushalle des Niedersächsischen Landtages zu der Übergabe hinzu und unterstrich damit die Kontinuität der Verbundenheit des Landes Niedersachsen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden.
Gedenken an die Opfer des Holocaust: Würdigung und Mahnung in Lüneburg
Lüneburg, 28. Januar 2026 – Am gestrigen 27. Januar 2026 versammelten sich zahlreiche Gäste im Forum der Leuphana Universität Lüneburg, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Die feierliche Gedenkstunde zum 81. Jahrestag stand unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies.
Stimmen gegen das Vergessen Im Rahmen des Programms sprachen hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft. Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität, und Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, betonten in ihren Reden die Bedeutung der fortwährenden Erinnerungskultur.
Auch die Hansestadt Lüneburg beteiligte sich aktiv an der Gedenkstunde: Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Jule Grunau (Grüne) richtete bewegende Worte an die Anwesenden. Ebenso sprachen Landtagspräsidentin Hanna Naber sowie der Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs. Ein studentischer Beitrag des Arbeitskreises Campusgeschichte des AStA verdeutlichte zudem die Perspektive der jungen Generation auf die Geschichte des Ortes.
Musikalischer Rahmen durch die Hannover Harmonists Die Gedenkstunde wurde von den Hannover Harmonists musikalisch gestaltet. Neben den eindringlichen „Lamentations of Jeremiah“ von Thomas Tallis bot das Ensemble einen konzertanten Abschluss mit Werken der Comedian Harmonists. Stücke wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Wochenend’ und Sonnenschein“ erinnerten an das kulturelle Erbe, das durch die Verfolgung fast vernichtet worden wäre.
Die Veranstaltung bot einen würdigen Rahmen für das 81. Gedenken und setzte ein klares Zeichen für Toleranz und gegen das Vergessen.
Hannover feiert 80 Jahre jüdische Wiedergeburt: Ein Triumph über die Geschichte
Fotos: Joachim Puppel
Hannover, Januar 2026 – Ein Meilenstein für das jüdische Leben in Niedersachsen: Mit einem feierlichen Festakt beging die Jüdische Gemeinde Hannover ihr 80-jähriges Bestehen nach der Shoa. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll den Weg von den Trümmern des Jahres 1945 hin zu einer der vitalsten jüdischen Gemeinschaften Deutschlands – eine Entwicklung, die weit über ein gewöhnliches Jubiläum hinausgeht.
Wiedergeburt statt Jubiläum: Die Kraft des Neuanfangs
In seiner bewegenden Festansprache betonte Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes und langjähriger Gemeindevorsitzender, dass dieser Tag die „Wiedergeburt einer großartigen, von den Nazis zerstörten Gemeinde“ markiert. Er erinnerte mit mahnenden Worten an die historische Verantwortung: „Die Täter waren keine Fremden, sondern Hannoveraner. Das sollten wir bei aller heutigen Freude nicht vergessen.“
Fürst, der als das dienstälteste Mitglied der Gemeinde Zeugnis ablegte, teilte tief persönliche Einblicke in das Schicksal seines Vaters Helmut Fürst. Dieser war nach dem Überleben des Ghettos Riga trotz der erlittenen Gräuel nach Hannover zurückgekehrt: „Mein Vater hatte nur Hannover im Kopf.“ Er betonte, dass der Wiederaufbau nur möglich war, weil es neben den Tätern auch „gute Menschen“ gab. Von der Ohestraße über die Ellernstraße bis zur heutigen Haeckelstraße beschrieb Fürst den Weg der Gemeinde als eine wahre „Erfolgsgeschichte“.
Vom kleinen Kreis zur blühenden Großgemeinde
Die soziologische Bedeutung dieses Neuanfangs wurde auch durch Analysen des Politikjournals „Rundblick“ gewürdigt. Während die Gemeinde nach dem Krieg zunächst klein blieb, sorgte die Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion ab den 1990er Jahren für eine neue Ära. Heute zählt die Gemeinde rund 5.000 Mitglieder – fast so viele wie vor der Shoa im Jahr 1933.
Stimmen der Solidarität aus der Politik
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Kultusministerin Julia-Willie Hamburg hob in ihrem Grußwort den Mut der Gemeinde hervor:
„Dass sich Jüdinnen und Juden nach dem Holocaust erneut in Hannover niedergelassen und eine Gemeinde aufgebaut haben, war alles andere als selbstverständlich. Es war ein mutiger Schritt und ein starkes Zeichen des Vertrauens. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht enttäuschen. Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Die Jüdische Gemeinde ist ein unverzichtbarer Teil unserer Stadt und bereichert unser Zusammenleben durch ihre Kultur und ihr interreligiöses Engagement, das Brücken baut.“
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay unterstrich die tiefe Verbundenheit der Landeshauptstadt mit der Gemeinde:
„Die Jüdische Gemeinde ist ein Herzstück Hannovers. Wir stehen fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ihr 80-jähriges Bestehen ist ein Symbol der Hoffnung und ein Beweis dafür: Jüdisches Leben lässt sich nicht auslöschen, es ist lebendiger denn je.“
Bildung als Bürgschaft für die Zukunft
Ein zentrales Motiv in Michael Fürsts Rede war die Bedeutung der Bildung, die er historisch bis zur Gründung der Davidschen Freischule im Jahr 1798 zurückverfolgte. Erziehung und die Treue zu jüdischen Werten seien der Garant für das Überleben über Jahrhunderte der Verfolgung hinweg gewesen: „Die Bürgschaft für unsere Zukunft liegt darin, dass wir Menschen in unserer Mitte hatten, die selbstlos, gütig und rechtschaffen waren.“
Der Festakt gipfelte in dem kraftvollen Bekenntnis, das die gesamte Gemeindehistorie seit 1945 zusammenfasst: „Am Israel Chai – Das Judentum wird immer wieder aufstehen und nicht untergehen!“
Im Rahmen der Veranstaltung spendete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen der Gemeinde anlässlich des Jubiläums zudem eine neue Torarolle.
Jubiläum? Eher Wiedergeburt! Die Jüdische Gemeinde Hannover blickt auf 80 Jahre zurück (166 KB)
Begegnung, die bewegt: Michael Fürst teilt jüdische Lebenswege mit Schülern in Barnstorf
Barnstorf / Hannover, Januar 2026 – Was passiert, wenn Geschichte ein Gesicht bekommt? An der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf konnten Schülerinnen und Schüler dies kürzlich auf ganz besondere Weise erleben. Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, war zu Gast, um nicht über Fakten zu dozieren, sondern um aus seinem Leben zu erzählen.
Ein Austausch auf Augenhöhe Es war ein Vormittag, der von einer seltenen Offenheit geprägt war. Fernab von klassischen Lehrbuchinhalten entstand ein direkter Dialog, bei dem vor allem die menschliche Ebene im Vordergrund stand. Michael Fürst vermittelte den Jugendlichen dabei eine zuversichtliche Grundhaltung, die in der heutigen Zeit besonders wertvoll ist.
Spürbare Berührung und neue Erfahrungen Die Reaktion der Jugendlichen war überwältigend: Viele waren von den authentischen Berichten und der unmittelbaren Begegnung spürbar berührt. Für viele Schüler war es das erste Mal überhaupt, dass sie eine solche persönliche Erfahrung machen durften. In Rückmeldungen nach dem Besuch betonten viele, wie tief sie dieser Austausch beeindruckt hat.
Ein Beitrag, der nachwirkt Auch der Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann zeigte sich tief beeindruckt von der Wirkung dieses Besuchs. Er dankte Michael Fürst für diesen „eindrucksvollen Beitrag zur schulischen Erinnerungs- und Bildungsarbeit“ und ist überzeugt, dass das Gesagte bei den jungen Menschen noch lange nachwirken wird.
Solche Momente zeigen, dass wahre Bildung dort entsteht, wo Menschen einander wirklich zuhören und voneinander lernen.