ANtisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenenbildung (ANNE)
Das Projekt ANtisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenenbildung (ANNE) verfolgt das Ziel, breite Teile der Öffentlichkeit in Niedersachsen für einen antisemitismuskritischen Umgang zu sensibilisieren, Antisemitismusprävention zu fördern und Begegnungen mit jüdischer Kultur zu ermöglichen.
Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal sowie der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering wurden am Dienstag, dem 4. Juni 2024, mit dem Niedersächsischen Staatspreis [...]
Schalom und Herzlich Willkommen auf der Internetseite des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.
Mit unserem ersten Internetauftritt hoffen wir, unserer Gemeinde ein neues und innovatives Forum bieten zu können. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass unsere Gemeinde im Wachstum begriffen ist. Viele Anwendungsmöglichkeiten sollen alle Mitglieder dazu anregen, sich aktiv an allen Veranstaltungen und Terminen zu beteiligen, um somit der Jüdischen Gemeinde zu einem richtigen Gemeindeleben zu verhelfen.
Hildesheim ehrt Opfer der Shoah: Vorstellung des neuen Gedenkbuches
Hildesheim, 05.02.2026 – Mit einem feierlichen Festakt im Hildesheimer Rathaus wurde gestern das Gedenkbuch für die als Juden verfolgten Bürgerinnen und Bürger der Stadt offiziell vorgestellt. Die Veranstaltung im vollbesetzten Sitzungssaal setzte ein kraftvolles Zeichen gegen das Vergessen.
Neben Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer nahm auch der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, an der feierlichen Präsentation teil. In Anwesenheit von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und der Jüdischen Gemeinde wurden die mühsam recherchierten Lebenswege der Opfer gewürdigt.
Ein Mahnmal in Buchform Das Werk, herausgegeben von Prof. Dr. Michael Schütz und verfasst von Dr. Hartmut Häger, dokumentiert die Schicksale der Menschen, die während der NS-Zeit aus Hildesheim deportiert und ermordet wurden. Prof. Dr. Michael Gehler (Universität Hildesheim) und Channah von Eickstedt betonten die Bedeutung der wissenschaftlichen Aufarbeitung für die Erinnerungskultur der Region.
Der Bläserkreis St. Michael begleitete den Festakt musikalisch. Das Gedenkbuch steht ab sofort als zentrales Nachschlagewerk zur Verfügung und sichert den Opfern einen bleibenden Platz im Gedächtnis der Stadt.
Michael Grünberg mit der Justus-Möser-Medaille geehrt
Ein Herz für Osnabrück: Höchste Ehrung für Michael Grünberg beim Handgiftentag
Osnabrück, 6. Januar 2026 – Es war ein Vormittag voller Herzlichkeit und Wertschätzung: Im festlichen Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses wurde heute Michael Grünberg mit der Justus-Möser-Medaille ausgezeichnet. Dass der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück und Vizepräsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen diese höchste Auszeichnung der Stadt erhält, ist ein wunderbares Zeichen für das gelebte Miteinander in unserer Region.
Ein Brückenbauer mit Leidenschaft Im Rahmen des traditionellen Handgiftentags würdigte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter Michael Grünberg als eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenbringt. Ob durch seinen Einsatz für den Synagogen-Neubau oder sein langjähriges Engagement im interreligiösen Dialog – er hat es geschafft, dass jüdisches Leben heute wieder ein lebendiger und sichtbarer Teil unserer Stadtgesellschaft ist. „Michael Grünberg hat jüdisches Leben wieder fest im Herzen unserer Stadt verankert“, so Pötter in ihrer sehr persönlichen Laudatio.
Gemeinsam für die Zukunft, bescheiden und sichtlich gerührt, nahm Michael Grünberg die Medaille entgegen. Er betonte, dass dieser Preis für ihn vor allem ein Ansporn sei, weiterhin gemeinsam an einer friedlichen und offenen Zukunft zu arbeiten. Für ihn ist die Medaille nicht nur eine persönliche Ehre, sondern ein Symbol für die gute Zusammenarbeit zwischen den Kulturen und Religionen in ganz Niedersachsen.
Als 45. Träger der Justus-Möser-Medaille steht Michael Grünberg nun in einer Reihe mit bedeutenden Persönlichkeiten – und vor allem als Vorbild für Toleranz und Menschlichkeit.
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen würdigt Stephan Weil für langjährige Unterstützung
Am 29.01.2026 traf Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil, zur Übergabe eines Geschenks des Landesverbandes zusammen. Mit dieser Geste würdigte der Landesverband die langjährige, erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten sowie sein kontinuierliches Engagement und seine Unterstützung für die jüdische Gemeinschaft in Niedersachsen.
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung ließ der Landesverband für den ehemaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil 84 Bäume in Israel pflanzen.
Überraschend kam auch der heutige Ministerpräsident Olaf Lies in der Portikushalle des Niedersächsischen Landtages zu der Übergabe hinzu und unterstrich damit die Kontinuität der Verbundenheit des Landes Niedersachsen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden.
Gedenken an die Opfer des Holocaust: Würdigung und Mahnung in Lüneburg
Lüneburg, 28. Januar 2026 – Am gestrigen 27. Januar 2026 versammelten sich zahlreiche Gäste im Forum der Leuphana Universität Lüneburg, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Die feierliche Gedenkstunde zum 81. Jahrestag stand unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies.
Stimmen gegen das Vergessen Im Rahmen des Programms sprachen hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft. Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität, und Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, betonten in ihren Reden die Bedeutung der fortwährenden Erinnerungskultur.
Auch die Hansestadt Lüneburg beteiligte sich aktiv an der Gedenkstunde: Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Jule Grunau (Grüne) richtete bewegende Worte an die Anwesenden. Ebenso sprachen Landtagspräsidentin Hanna Naber sowie der Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs. Ein studentischer Beitrag des Arbeitskreises Campusgeschichte des AStA verdeutlichte zudem die Perspektive der jungen Generation auf die Geschichte des Ortes.
Musikalischer Rahmen durch die Hannover Harmonists Die Gedenkstunde wurde von den Hannover Harmonists musikalisch gestaltet. Neben den eindringlichen „Lamentations of Jeremiah“ von Thomas Tallis bot das Ensemble einen konzertanten Abschluss mit Werken der Comedian Harmonists. Stücke wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Wochenend’ und Sonnenschein“ erinnerten an das kulturelle Erbe, das durch die Verfolgung fast vernichtet worden wäre.
Die Veranstaltung bot einen würdigen Rahmen für das 81. Gedenken und setzte ein klares Zeichen für Toleranz und gegen das Vergessen.
Hannover feiert 80 Jahre jüdische Wiedergeburt: Ein Triumph über die Geschichte
Fotos: Joachim Puppel
Hannover, Januar 2026 – Ein Meilenstein für das jüdische Leben in Niedersachsen: Mit einem feierlichen Festakt beging die Jüdische Gemeinde Hannover ihr 80-jähriges Bestehen nach der Shoa. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll den Weg von den Trümmern des Jahres 1945 hin zu einer der vitalsten jüdischen Gemeinschaften Deutschlands – eine Entwicklung, die weit über ein gewöhnliches Jubiläum hinausgeht.
Wiedergeburt statt Jubiläum: Die Kraft des Neuanfangs
In seiner bewegenden Festansprache betonte Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes und langjähriger Gemeindevorsitzender, dass dieser Tag die „Wiedergeburt einer großartigen, von den Nazis zerstörten Gemeinde“ markiert. Er erinnerte mit mahnenden Worten an die historische Verantwortung: „Die Täter waren keine Fremden, sondern Hannoveraner. Das sollten wir bei aller heutigen Freude nicht vergessen.“
Fürst, der als das dienstälteste Mitglied der Gemeinde Zeugnis ablegte, teilte tief persönliche Einblicke in das Schicksal seines Vaters Helmut Fürst. Dieser war nach dem Überleben des Ghettos Riga trotz der erlittenen Gräuel nach Hannover zurückgekehrt: „Mein Vater hatte nur Hannover im Kopf.“ Er betonte, dass der Wiederaufbau nur möglich war, weil es neben den Tätern auch „gute Menschen“ gab. Von der Ohestraße über die Ellernstraße bis zur heutigen Haeckelstraße beschrieb Fürst den Weg der Gemeinde als eine wahre „Erfolgsgeschichte“.
Vom kleinen Kreis zur blühenden Großgemeinde
Die soziologische Bedeutung dieses Neuanfangs wurde auch durch Analysen des Politikjournals „Rundblick“ gewürdigt. Während die Gemeinde nach dem Krieg zunächst klein blieb, sorgte die Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion ab den 1990er Jahren für eine neue Ära. Heute zählt die Gemeinde rund 5.000 Mitglieder – fast so viele wie vor der Shoa im Jahr 1933.
Stimmen der Solidarität aus der Politik
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Kultusministerin Julia-Willie Hamburg hob in ihrem Grußwort den Mut der Gemeinde hervor:
„Dass sich Jüdinnen und Juden nach dem Holocaust erneut in Hannover niedergelassen und eine Gemeinde aufgebaut haben, war alles andere als selbstverständlich. Es war ein mutiger Schritt und ein starkes Zeichen des Vertrauens. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht enttäuschen. Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Die Jüdische Gemeinde ist ein unverzichtbarer Teil unserer Stadt und bereichert unser Zusammenleben durch ihre Kultur und ihr interreligiöses Engagement, das Brücken baut.“
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay unterstrich die tiefe Verbundenheit der Landeshauptstadt mit der Gemeinde:
„Die Jüdische Gemeinde ist ein Herzstück Hannovers. Wir stehen fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ihr 80-jähriges Bestehen ist ein Symbol der Hoffnung und ein Beweis dafür: Jüdisches Leben lässt sich nicht auslöschen, es ist lebendiger denn je.“
Bildung als Bürgschaft für die Zukunft
Ein zentrales Motiv in Michael Fürsts Rede war die Bedeutung der Bildung, die er historisch bis zur Gründung der Davidschen Freischule im Jahr 1798 zurückverfolgte. Erziehung und die Treue zu jüdischen Werten seien der Garant für das Überleben über Jahrhunderte der Verfolgung hinweg gewesen: „Die Bürgschaft für unsere Zukunft liegt darin, dass wir Menschen in unserer Mitte hatten, die selbstlos, gütig und rechtschaffen waren.“
Der Festakt gipfelte in dem kraftvollen Bekenntnis, das die gesamte Gemeindehistorie seit 1945 zusammenfasst: „Am Israel Chai – Das Judentum wird immer wieder aufstehen und nicht untergehen!“
Im Rahmen der Veranstaltung spendete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen der Gemeinde anlässlich des Jubiläums zudem eine neue Torarolle.
Jubiläum? Eher Wiedergeburt! Die Jüdische Gemeinde Hannover blickt auf 80 Jahre zurück (166 KB)
Begegnung, die bewegt: Michael Fürst teilt jüdische Lebenswege mit Schülern in Barnstorf
Barnstorf / Hannover, Januar 2026 – Was passiert, wenn Geschichte ein Gesicht bekommt? An der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf konnten Schülerinnen und Schüler dies kürzlich auf ganz besondere Weise erleben. Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, war zu Gast, um nicht über Fakten zu dozieren, sondern um aus seinem Leben zu erzählen.
Ein Austausch auf Augenhöhe Es war ein Vormittag, der von einer seltenen Offenheit geprägt war. Fernab von klassischen Lehrbuchinhalten entstand ein direkter Dialog, bei dem vor allem die menschliche Ebene im Vordergrund stand. Michael Fürst vermittelte den Jugendlichen dabei eine zuversichtliche Grundhaltung, die in der heutigen Zeit besonders wertvoll ist.
Spürbare Berührung und neue Erfahrungen Die Reaktion der Jugendlichen war überwältigend: Viele waren von den authentischen Berichten und der unmittelbaren Begegnung spürbar berührt. Für viele Schüler war es das erste Mal überhaupt, dass sie eine solche persönliche Erfahrung machen durften. In Rückmeldungen nach dem Besuch betonten viele, wie tief sie dieser Austausch beeindruckt hat.
Ein Beitrag, der nachwirkt Auch der Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann zeigte sich tief beeindruckt von der Wirkung dieses Besuchs. Er dankte Michael Fürst für diesen „eindrucksvollen Beitrag zur schulischen Erinnerungs- und Bildungsarbeit“ und ist überzeugt, dass das Gesagte bei den jungen Menschen noch lange nachwirken wird.
Solche Momente zeigen, dass wahre Bildung dort entsteht, wo Menschen einander wirklich zuhören und voneinander lernen.
Ihr Besuch an derChristian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf (50.1 KB)
Pressemitteilungen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und des niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens zum Anschlag am Bondi Beach.
Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsen K.d.ö.R (132 KB)
Michael Fürst bei Wiedereröffnung der historischen Samsonschule in Wolfenbüttel
Wolfenbüttel, 20. November 2025 - Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, nahm an der feierlichen Wiedereröffnung der Samsonschule in Wolfenbüttel teil. Die traditionsreiche jüdische Bildungseinrichtung wurde nach umfangreicher Sanierung der Öffentlichkeit erneut zugänglich gemacht.
Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Julius H. Schoeps (Moses Mendelssohn Stiftung) eröffnet. Grußworte sprachen Ministerpräsident Olaf Lies und Bürgermeister Ivica Lukanic, die die besondere Bedeutung der Samsonschule für die jüdische Geschichte und die Erinnerungskultur in Niedersachsen hervorhoben.
Michael Fürst betonte im Austausch vor Ort die Wichtigkeit, jüdisches Erbe sichtbar zu erhalten und gesellschaftliche Bildungsarbeit zu stärken.
Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Canto Vivo und Senka Brankovic.
Gesetzesänderungen zur Stärkung der demokratischen Grundordnung im Niedersächsischen Landtag beraten
Foto (v.l.n.r.): Olaf Lies – Niedersächsischer Ministerpräsident, Rebecca Seidler – Geschäftsführerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und Vorsitzende des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Niedersachsen, Michael Fürst – Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Sebastian Lechner – Vorsitzender der CDU Fraktion Niedersachsen
Hannover, 19. November 2025 - Im Rahmen der 77. Sitzung des Niedersächsischen Landtages der 19. Wahlperiode wurde der Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Niedersächsischen Landeshaushaltsordnung und des Niedersächsischen Abgeordnetengesetzes sowie zur Stärkung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung (Drs. 19/8968) in erster Lesung beraten.
Der Gesetzentwurf der CDU-Fraktion zielt darauf ab, die demokratischen Strukturen im Land Niedersachsen weiter zu festigen und Transparenz sowie Verantwortlichkeit in zentralen Bereichen der Landespolitik zu stärken. Nach der Plenardebatte wurde der Entwurf zur weiteren Beratung an den Ältestenrat (federführend), den Ausschuss für Rechts- und Verfassungsfragen sowie den Ausschuss für Haushalt und Finanzen überwiesen.
Am Rande der Landtagssitzung kam es zudem zu einem freundlichen Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft und politischen Entscheidungsträgern. Das Gespräch fand in konstruktiver Atmosphäre statt und unterstrich die Bedeutung eines engen Dialogs zwischen Politik und Zivilgesellschaft – insbesondere im Engagement für Demokratie, Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Beratungen zum Gesetzentwurf werden in den kommenden Wochen in den Ausschüssen fortgeführt.
Gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaften in Braunschweig, Celle und Oldenburg — Erfolgreiche Fortbildung zur Bekämpfung von Antisemitismus in Hannover
Am 5. November 2025 fand in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Hannover eine Fortbildung zum Thema „Antisemitismus in Deutschland – eine Betrachtung aus strafrechtlicher Sicht“ statt. Organisiert von den Generalstaatsanwaltschaften Niedersachsens in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, bot die Veranstaltung Staatsanwältinnen und Staatsanwälten sowie Polizeibeamtinnen und -beamten in Anwesenheit des Präsidenten des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, des Niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens sowie der Generalstaatsanwältin und der Generalstaatsanwälte wertvolle Einblicke in die strafrechtliche Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus.
Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Jüdinnen und Juden antisemitische Übergriffe sowie den Umgang von Polizei und Justiz mit entsprechenden Strafanzeigen wahrnehmen. Dazu berichteten drei Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft über ihre Erfahrungen mit antisemitischen Anfeindungen, über Hürden in Ermittlungsverfahren sowie über ihre Erwartungen an Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte. Im Anschluss an die Berichte der Betroffenen hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, Fragen zu stellen und in einen direkten Austausch zu treten.
Nach einem sich der Diskussion anschließenden Besuch der Synagoge erläuterte Herr Oberstaatsanwalt Professor Dr. Lehmann, Ansprechpartner für Antisemitismus bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle, die strafrechtlichen Herausforderungen bei der Verfolgung antisemitischer Delikte und stellte aktuelle Entwicklungen in der Rechtsprechung vor.
Die Fortbildung war ein wichtiger Schritt zur weiteren Sensibilisierung für den justiziellen Umgang mit antisemitischen Straftaten und die Stärkung des Austauschs zwischen der jüdischen Gemeinschaft und den Strafverfolgungsbehörden.
Frauen Grand Schabbaton 2025 – Ein Wochenende voller Inspiration, Begegnung und jüdischer Gemeinschaft
Vom 12. bis 14. September 2025 wurde Hannover zum Mittelpunkt jüdischen Frauenlebens: Beim Frauen Grand Schabbaton kamen über 80 Frauen aus ganz Niedersachsen zusammen, um gemeinsam zu lernen, zu feiern und die besondere Atmosphäre des Schabbat zu erleben.
Das Wochenende war ein voller Erfolg – geprägt von Herzenswärme, Freude und tiefer spiritueller Verbundenheit. Die Teilnehmerinnen genossen festliche Schabbat-Mahlzeiten, sangen traditionelle Lieder, tauschten persönliche Erfahrungen aus und schufen Momente des echten Miteinanders.
Ein unvergesslicher Höhepunkt war der Galaabend, an dem die Absolventinnen des Jahresprojekts feierlich ihre Diplome und kleine Geschenke erhielten. Ergänzt wurde das Wochenende durch inspirierende Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden, die zum Nachdenken und gemeinsamen Wachsen einluden.
So wurde der Frauen Grand Schabbaton 2025 zu einem Wochenende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird – als Feier von Stärke, Gemeinschaft und jüdischer Inspiration.
Niedersächsischer Städtetag tagte in Aurich
Aurich, Oktober 2025
Am 23. und 24. September 2025 fand in der Sparkassen-Arena Aurich die 23. Städteversammlung des Niedersächsischen Städtetages statt. Über 350 Vertreterinnen und Vertreter niedersächsischer Städte verabschiedeten dabei die „Auricher Erklärung“.
Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, nahm an der Versammlung teil und überreichte mehr als 400 Exemplare des neuen Jüdischen Kalenders an die Teilnehmenden – als Zeichen der Verbundenheit und des kulturellen Austauschs.
Foto (v. l. n. r.): Frank Klingebiel, Jürgen Krogmann, Hanna Naber, Michael Fürst, Petra Gerlach, Claudia Kalisch und Dr. Jan Arning
Empfang des Ministerpräsidenten Olaf Lies zum jüdischen Neujahrsfest 5786
Hannover, den 21. Oktober 2025. Auf Einladung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies fand der Neujahrsempfang anlässlich des jüdischen Jahres 5786 statt. Diese wichtige Tradition trägt zu einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Land Niedersachsen und den jüdischen Institutionen bei.
Niedersachsens Kirchen unterstützen Friedensinitiative
für Kinder aus Gaza und Israel
Hannover, 17. Oktober 2025 – Die leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen danken der Bundesregierung für ihr Engagement bei der Gaza-Friedenserklärung und unterstützen die Initiative, verletzte Kinder aus Gaza und Israel in Hannover medizinisch zu behandeln.
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover, jüdischen und palästinensischen Gemeinden sowie dem Land Niedersachsen soll so ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Frieden gesetzt werden.
Broschüre „Jüdische Friedhöfe im Naturpark Weserbergland“ veröffentlicht
Vordere Reihe v.l.n.r.: Dr. Oliver Glißmann (Autor), Dr. Arne Butt (VGH Stiftung), Tom Jürgens (Naturpark Weserbergland, Vorsitzender), Christien Wiegand (Naturpark Weserbergland, Geschäftsführer), Marina Jalowaja (Landesverband Jüdischer Gemeinden von Niedersachsen), Bernhard Gelderblom (Autor) / Hintere Reihe v.l.n.r.: Dr. Lu Seegers (Schaumburger Landschaft), Heiko Wiebusch (Stadt Hessisch Oldendorf), Erik Hoffmann (Heimatforscher Hessisch Oldendorf), Kai Witthinrich (Museum Bad Münder)
Mit der neuen Broschüre „Jüdische Friedhöfe im Naturpark Weserbergland“ ist eine eindrucksvolle Dokumentation jüdischer Geschichte in der Region erschienen. Die Autoren Bernhard Gelderblom und Dr. Oliver Glißmann haben alle 29 jüdischen Friedhöfe des Naturparks erfasst und beschrieben.
In ihrem Grußwort würdigte Frau Marina Jalowaja, Vizepräsidentin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, die Publikation als wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur: „Jüdische Friedhöfe sind nicht nur Orte der Stille, sondern lebendige Zeugnisse einer reichen Geschichte und Gemeinschaft.“
Dank der Unterstützung der VGH-Stiftung konnte dieses Projekt verwirklicht werden. Die Broschüre soll dazu anregen, jüdische Geschichte sichtbar zu machen und das Bewusstsein für unser gemeinsames kulturelles Erbe zu stärken.
Erhältlich ist die Broschüre über den Naturpark Weserbergland.
Michael Fürst und Dr. Yazid Shammout mit der Karmarsch-Denkmünze ausgezeichnet
Foto: Thomas Damm
Die Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover hat am 16. September 2025 im feierlichen Rahmen die Karmarsch-Denkmünze an Michael Fürst, Präsident des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, und Dr. Yazid Shammout, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde in Hannover, verliehen.
Die Auszeichnung würdigt das außergewöhnliche Engagement beider Preisträger als Brückenbauer zwischen Religionen und Kulturen. Ihr Einsatz für Verständigung, Dialog und friedliches Zusammenleben gilt als herausragendes Beispiel in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen.
Die Feierlichkeiten fanden im Lichthof der Leibniz Universität Hannover statt. Nach der Begrüßung durch Dr. Volker Müller, Vorstandsvorsitzender der Universitätsgesellschaft, sprach Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, ein Grußwort. Die Laudatio hielt Stephan Weil, Ministerpräsident a.D.
In ihren Dankesworten unterstrichen Michael Fürst und Dr. Yazid Shammout, dass die Ehrung nicht nur ihre persönliche Arbeit würdige, sondern vor allem als Ermutigung verstanden werden müsse, den Weg des Dialogs konsequent weiterzugehen.
Die Veranstaltung klang bei einem Get-together mit musikalischer Begleitung aus.
Hintergrund: Die Karmarsch-Denkmünze wird seit 1925 von der Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße um das öffentliche Wohl und die Förderung von Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft verdient gemacht haben.
Bundesministerin Karin Prien zu Besuch im Bucharisch-Sefardischen Jüdischen Zentrum Hannover
Am 12. August 2025 besuchte die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, das Bucharisch-Sefardische Jüdische Zentrum in Hannover. Nach einem Rundgang durch die Räumlichkeiten – darunter Synagoge, Saal und Mikwe – fand ein konstruktiver Austausch zwischen dem Präsidium des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und den Vorstandsmitgliedern des Zentrums unter Vorsitz von Uhanu Motaev statt.
Frau Prien wurde über zahlreiche Projekte des Landesverbandes informiert, darunter insbesondere das Frauenprojekt „Bat Mizwa Niedersachsen“. Darüber hinaus tauschte sich Vizepräsident Michael Grünberg mit der Ministerin zur aktuellen Lage in Israel aus.
Da Präsident Michael Fürst aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte, überreichte Herr Grünberg der Ministerin als Erinnerung an ihren Besuch in Hannover ein Buch über die Familie Fürst und die Geschichte des jüdischen Lebens in der Stadt.
Die Begegnung war von Offenheit und Wertschätzung geprägt und setzte ein positives Zeichen für den weiteren Dialog.
Hannover setzt humanitäres Zeichen: Aufnahme von Kindern aus Israel und Gaza geplant
Hannover, 31. Juli 2025 – Die Landeshauptstadt Hannover plant gemeinsam mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, der palästinensischen Gemeinde Hannover und dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Niedersachsen die Aufnahme von rund 20 palästinensischen und israelischen Kindern aus Israel und Gaza.
Ziel ist es, besonders schutzbedürftigen Kindern mit medizinischem oder psychologischem Bedarf schnell und unbürokratisch zu helfen. Das Jugenddezernat der Stadt bereitet die Aufnahme vor.
Die Initiative knüpft an den Hannover-Appell von 2023 an und ist Ausdruck des festen Willens zum gemeinsamen Handeln über religiöse und politische Grenzen hinweg. Hannover zeigt damit: Zusammenhalt, Menschlichkeit und konkrete Hilfe stehen an erster Stelle.
Die Initiatoren appellieren an die Bundesregierung und andere Städte, diesem Beispiel zu folgen.
Jacobson Gymnasium Seesen feierlich in das Netzwerk „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen
Seesen, 27. Juni 2025 – Das Jacobson Gymnasium Seesen wurde in einer bewegenden Zeremonie offiziell in das bundesweite Netzwerk „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Dieser bedeutende Schritt unterstreicht das Engagement der Schulgemeinschaft für Vielfalt, Toleranz und ein klares Bekenntnis gegen jede Form von Diskriminierung.
Die feierliche Aufnahme fand im Beisein zahlreicher Gäste statt, darunter Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Als Paten des Festaktes begleiteten zwei prominente Persönlichkeiten das Jacobson Gymnasium auf diesem wichtigen Weg: Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes und die Handball-Nationalspielerin Nieke Kühne. Ihre Anwesenheit verlieh der Veranstaltung eine besondere Strahlkraft und betonte die gesellschaftliche Relevanz des Projekts.
Die Initiative „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland und bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Durch die Aufnahme verpflichtet sich das Jacobson Gymnasium Seesen, regelmäßig Projekte und Aktionen zu initiieren, die das Bewusstsein für diese Themen schärfen und ein Klima des Respekts und der gegenseitigen Wertschätzung fördern.
Die Schulgemeinschaft des Jacobson Gymnasiums Seesen ist stolz darauf, nun Teil dieses wichtigen Netzwerks zu sein und freut sich darauf, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern aktiv für eine offene und tolerante Gesellschaft einzustehen.
Frauenreise 2025 des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens: Jüdische Frauen entdecken Dresden und Umgebung
Pressemitteilung - Vom 8. bis 10. Juni 2025 organisierte der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens eine besondere Frauenreise, an der jüdische Frauen aus ganz Niedersachsen teilnahmen, um gemeinsam Dresden und seine Umgebung zu erkunden.
Die Reise begann mit einem Zwischenstopp in der historischen Altstadt von Quedlinburg, wo die Gruppe bei einem Spaziergang die Schönheit der Stadt genießen konnte. Anschließend ging es weiter nach Dresden, wo die Teilnehmerinnen im ARCOTEL HafenCity Dresden eincheckten.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Kultur und Geschichte: Ein geführter Rundgang durch die Dresdner Altstadt, eine exklusive Führung durch das berühmte Grüne Gewölbe sowie die Alte Meister Galerie boten den Frauen vielfältige Einblicke. Am Abend rundete ein festlicher Gala-Abend mit musikalischer Begleitung der Berliner Band „Lechaim“ das Programm ab.
Am letzten Tag besuchten die Teilnehmerinnen die Umgebung des Schlosses Moritzburg, bevor die Rückfahrt nach Hannover erfolgte.
Die Frauenreise 2025 war ein wichtiger Anlass für jüdische Frauen aus Niedersachsen, ihre Gemeinschaft zu stärken, Kultur zu erleben und bleibende Erinnerungen zu schaffen. Der Landesverband freut sich auf weitere inspirierende Begegnungen in der Zukunft.
Digitale Vorstandssitzung der MFJC mit Israels Präsident H.E. Isaac Herzog
Das jährliche Board-Meeting der Memorial Foundation for Jewish Culture (MFJC), das ursprünglich am 22. Juni 2025 in Israel hätte stattfinden sollen, musste aufgrund der angespannten Sicherheitslage und der aktuellen Lage im Nahen Osten in den virtuellen Raum verlegt werden. Am 23. Juni 2025 versammelten sich deshalb Vertreterinnen und Vertreter aus Nord- und Südamerika, Europa, Südafrika, Australien und weiteren Ländern online – verbunden durch ihr gemeinsames Engagement für jüdische Bildung, Kultur und Erinnerung.
Ein bewegender Höhepunkt des Treffens war die Teilnahme von H.E. Isaac Herzog, Präsident des Staates Israel. In seiner Ansprache dankte er der MFJC für ihr jahrzehntelanges Wirken und unterstrich die zentrale Rolle der jüdischen Erinnerungskultur – besonders in Zeiten großer Herausforderungen. Herzog erinnerte auch daran, dass sein Vater, Chaim Herzog, als junger Soldat an der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen beteiligt war – ein sehr persönlicher Bezug, der die tiefe Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll verdeutlichte.
Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, hob in seinem Beitrag die enge Partnerschaft mit Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen hervor. Er erinnerte an die Begegnung mit Präsident Herzog und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Bergen-Belsen und stellte die Frage nach der Zukunft Israels seit dem 7. Oktober 2023. Präsident Herzog betonte die Bedeutung von nationalem Zusammenhalt und bekräftigte mit klaren Worten: „Der Staat Israel ist stark. Wir werden weiter für Frieden und Sicherheit einstehen.“
Die Sitzung wurde von MFJC-Präsident Jonathan Arkush moderiert.
Begegnung beim Sommerfest der Landesregierung in Berlin
Beim Sommerfest der Niedersächsischen Landesregierung am 20. Juni in Berlin kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kultur zu einem offenen Austausch zusammen. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Engagement für ein demokratisches, vielfältiges Niedersachsen und der entschlossene Einsatz gegen Antisemitismus und jede Form von Ausgrenzung. Das sommerliche Fest bot dafür einen wichtigen Rahmen des Dialogs und der Begegnung.
Auf dem Berliner Hauptbahnhof, kurz vor der Rückfahrt nach Hannover, begegneten sich Ministerpräsident Olaf Lies, Staatssekretärin Anke Pörksen und Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Ein starkes Zeichen der Verbundenheit – festgehalten in einem gemeinsamen Foto.
45 Jahre engagierte Führung: Michael Fürst feiert Jubiläum als Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
Hannover, 11. Juni 2025 - Genau heute vor 45 Jahren, am 11. Juni 1980, wurde Michael Fürst zum Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen gewählt. Seitdem prägt er maßgeblich das jüdische Leben in Niedersachsen und setzt sich mit großer Leidenschaft für die Belange der jüdischen Gemeinschaft in der Region ein.
Unter seiner Führung hat sich der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen erheblich weiterentwickelt. Michael Fürst engagiert sich intensiv für den Ausbau jüdischen Lebens, die Stärkung der Gemeinden und die Förderung des interreligiösen Dialogs.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Michael Fürst mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Jahr 2021 wurde er zudem zum Ehrensenator der Leibniz Universität Hannover ernannt – eine Anerkennung seiner langjährigen Arbeit im wissenschaftlichen Austausch und in der Förderung des Dialogs zwischen Niedersachsen, Israel und den palästinensischen Gebieten.
Darüber hinaus ist Michael Fürst Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Technion-Gesellschaft sowie Mitglied im Vorstand der World Memorial Foundation, mit denen er seit Jahrzehnten den wissenschaftlichen Austausch und die Erinnerungskultur fördert.
Zahlreiche Vertreter aus der ganzen Welt senden ihre Glückwünsche und wünschen ihm eine langjährige, erfolgreiche Führung. Bleiben Sie so engagiert und visionär!
Seine beeindruckende 45-jährige Amtszeit macht ihn zu einer zentralen Persönlichkeit des jüdischen Lebens in Niedersachsen. Sein Engagement und seine Verdienste verdienen höchste Anerkennung und unseren herzlichsten Dank.
Synagogen-Mahnmal in Achim am 8. Mai 2025 eingeweiht
Vizepräsidentin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sprach Grußwort
Achim, 8. Mai 2025 – Unter großer Beteiligung wurde in Achim ein neues Synagogen-Mahnmmal eingeweiht, das an die ehemalige jüdische Gemeinde und die während des Nationalsozialismus zerstörte Synagoge erinnert. Die Gedenkstätte soll ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung, des Friedens und der Versöhnung setzen.
An der feierlichen Zeremonie nahmen neben Bürgermeister Rainer Ditzfeld zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Stadt Achim sowie Angehörige ehemaliger jüdischer Familien teil. Ein besonderer Gast war Marina Jalowaja, Vizepräsidentin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, die ein bewegendes Grußwort sprach.
In ihrer Rede betonte Frau Jalowaja die Wichtigkeit solcher Mahnmale für die Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Sie würdigte die Initiative der Stadt Achim und hob hervor, dass das Gedenken an die Opfer des Holocaust und die Bewahrung der jüdischen Geschichte eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.
Bürgermeister Rainer Ditzfeld unterstrich die Bedeutung des Mahnmals für Achim: „Dieser Ort soll ein Mahnmal gegen das Vergessen sein und uns alle daran erinnern, wachsam zu sein gegenüber jeder Form von Antisemitismus und Ausgrenzung. Es ist unser gemeinsames Anliegen, eine Zukunft des Respekts und der Toleranz zu gestalten.“
39. Evangelischer Kirchentag, Hannover, 2025
Im Rahmen des 39. Kirchentags in Hannover fanden am 01.05.2025 drei Führungen in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover in der Haeckelstraße 10, Hannover statt. Zahlreiche Gäste und BesucherIinnen des Kirchentags nahmen daran teil. Es ist uns immer eine Freude, neue Menschen willkommen zu heißen und Judentum näherzubringen.
Gedenkveranstaltung erinnert bewegend an die Opfer
80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen
Bergen-Belsen, 27. April 2025 – 80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen haben Überlebende, Angehörige, Vertreter der Politik und der Gesellschaft an die Opfer der nationalsozialistischen Gräueltaten erinnert. Mehr als 50 Holocaust-Überlebende, die als Kinder befreit worden waren, nahmen an der bewegenden Gedenkveranstaltung teil.
In seiner Ansprache mahnte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, eindringlich, dass der Blick auf die Geschichte zu verblassen drohe. Ein großer Teil der jungen Generation in Deutschland blicke völlig unwissend auf das Grauen der Schoah. „Wir erleben tagtäglich Relativierungen dieses unvorstellbaren Verbrechens; auch in deutschen Parlamenten“, sagte Schuster. Dennoch komme Resignation nicht infrage: Erinnern bedeute, sich der Frage zu stellen, wie der Mensch dem Menschen so etwas antun konnte – und ganz einfach immer und immer wieder zu erzählen, was passierte.
Überlebende als Triumph über die Unmenschlichkeit
Die Überlebenden standen im Mittelpunkt der Gedenkfeier. In bewegenden Worten berichteten sie von ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem Leben nach der Befreiung. Debbie Morag, geboren im DP-Camp Bergen-Belsen, schilderte: „Für mich ist das Erinnern an Bergen-Belsen und die Schoah ein zutiefst persönliches. Mein Vater trug die Zahl 126715 auf seinem Arm – ein Zeichen des Überlebens. Ich sage oft, dass ich den Holocaust mit der Muttermilch eingesogen habe.“
Auch der israelische Botschafter in Deutschland, S.E. Ron Prosor, richtete sich direkt an die Überlebenden: „Mit Ihrer Stärke, Ihrem Mut und Ihrem Leben sind Sie ein Triumph über die Unmenschlichkeit. Ihnen, den Überlebenden, sind wir verpflichtet – und den Ermordeten.“ Prosor erinnerte daran, dass in Bergen-Belsen wenige Tage nach der Befreiung ein Schabbat-Gottesdienst gefeiert wurde, bei dem Überlebende „Hatikvah“, das Lied der Hoffnung, sangen – ein Symbol für den unerschütterlichen Lebenswillen des jüdischen Volkes.
Weil: "Nie wieder ist jetzt"
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte in seiner Rede die aktuelle Verantwortung: „Nie wieder ist jetzt.“ Er appellierte daran, dass in Deutschland niemals wieder die Würde und das Leben von Menschen mit Füßen getreten werden dürfen. Das sei die zentrale Lehre aus der Ermordung von Millionen Menschen und der Auftrag für Gegenwart und Zukunft.
Weil griff auch die im Vorfeld geäußerte Kritik an der Auswahl der Redner auf. Die Veranstalter – die Niedersächsische Landesregierung, die Niedersächsische Gedenkstättenstiftung und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen – hätten sich bewusst entschieden, den Überlebenden das Wort zu geben. Dennoch verließ Arie Olewski, Vorsitzender der Organisation der Bergen-Belsen-Überlebenden in Israel, während der Rede mit einer Israel-Fahne in der Hand die Veranstaltung. Zu weiteren Protesten kam es nicht.
Eine Stätte des Gedenkens und der Mahnung
Das Konzentrationslager Bergen-Belsen ist zu einem Symbol für das Grauen der nationalsozialistischen Verbrechen geworden. Britische Truppen fanden bei der Befreiung am 15. April 1945 Tausende unbestattete Tote und Zehntausende todkranke Menschen. Rund 52.000 Menschen starben im Lager und kurz nach der Befreiung; hinzu kamen etwa 20.000 Tote im benachbarten Kriegsgefangenenlager. Auch Anne Frank, deren Tagebuch weltberühmt wurde, liegt in einem der Massengräber.
Die diesjährige Gedenkveranstaltung erinnerte nicht nur an das unermessliche Leid, sondern auch an den unerschütterlichen Lebenswillen der Überlebenden. Sie war eine stille Mahnung und zugleich ein lauter Appell, nicht zu vergessen.
Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen
Der Stream überträgt die gesamte Veranstaltung – inklusive der Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal – im Originalton. Eine Version mit englischer Übersetzung wird im Anschluss ebenfalls auf YouTube zur Verfügung stehen.
Wir freuen uns, wenn Sie den Link auch an Interessierte weiterleiten. Je mehr Menschen teilnehmen, desto stärker das gemeinsame Gedenken.